Worum es geht
Die Licovia Kreditkarte wird in Deutschland als virtuelle Krypto-Karte beworben, mit der man im Alltag mit Krypto bezahlen können soll – ohne KYC bis 1.000 €, sofort verfügbar, kostenlos. Die Werbung klingt verlockend. In der Praxis erlebe ich aber etwas anderes: ein Anbieter, der sich nicht verantworten lässt, der Kundengelder ohne Begründung einbehält und der auf Kritik mit Einschüchterung statt mit Lösung reagiert.
Mein Hintergrund
Ich bin Kay Zaremba aus Bayern, aktiver Krypto-Nutzer seit mehreren Jahren. Ich nutze parallel mehrere Krypto-Karten und habe daher direkt vergleichen können, wie sich Licovia von seriösen Anbietern wie Crypto.com, Nexo, Bybit und Wirex unterscheidet. Dieser Bericht ist mein persönlicher Erfahrungsbericht, kein gekaufter Test, keine Affiliate-Werbung. Alle Aussagen sind Meinungsäußerungen im Sinne des Art. 5 GG auf Basis selbst Erlebtem.
Phase 1: Anmeldung und Aufladung
Die Anmeldung war so unkompliziert wie beworben: App im Store geladen, Konto erstellt, virtuelle Karte aktiviert. Anschließend habe ich die Karte mit Krypto aufgeladen – und musste den ersten Kaufpreis für die Karte entrichten. Schon hier merkte ich: Der Kurs, zu dem mein Krypto in den Karten-Wert umgerechnet wurde, lag deutlich schlechter als am Spot-Markt. Effektiv habe ich 3 bis 6 % Spread bezahlt – ohne dass das transparent ausgewiesen wurde. Bei einer "kostenlosen" Karte ist das aus meiner Sicht eine versteckte Gebühr.
Phase 2: Erste Nutzung – sogar positiv
Die ersten Tage funktionierte alles wie versprochen. Die Karte ließ sich in Google Pay und Apple Pay einbinden, kleinere Beträge gingen problemlos durch. Ich war so überzeugt vom Konzept, dass ich öffentlich über die Plattform berichtet habe – damals noch leicht positiv, weil der Service nutzbar wirkte. Im Nachhinein war genau dieser Moment der Wendepunkt.
Phase 3: Die dokumentierte Anwaltsdrohung
Als ich nach der ersten Phase auch kritische Punkte ansprechen wollte, kam aus meiner Sicht der Versuch, mich mundtot zu machen. Anders als sonst bei solchen Geschichten habe ich aber ein schriftliches Beweisstück – eine E-Mail vom 08.05.2026, in der nicht nur mit Anwälten gedroht wird, sondern die aus meiner Sicht gleich mehrere Straftatbestände erfüllt.
Phase 4: Ich beuge mich nicht – die Karte wird aus Willkür gesperrt
Ich wollte mich nicht einschüchtern lassen und der Drohung nicht klein beigeben. Direkt darauf passierte aus meiner Sicht das, was ich als reine Willkürmaßnahme empfinde: Meine Licovia-Karte wurde gesperrt. Keine Begründung, keine Vorwarnung, keine offizielle Mitteilung. Plötzlich gingen Transaktionen nicht mehr durch. Mein gesamtes Karten-Guthaben war damit "eingefroren". Damit war außerdem der Kaufpreis der Karte selbst, den ich beim Erwerb bezahlt hatte, ebenso verloren.
Phase 5: Eine E-Mail – nie eine Antwort
Nach der Sperrung habe ich Licovia angeschrieben: eine einzige E-Mail, in der ich auf die Sperrung hingewiesen und die Rückzahlung meines Karten-Guthabens sowie des Kaufpreises der Karte gefordert habe. Eine Antwort darauf habe ich nie erhalten. Bis heute habe ich weder mein Karten-Guthaben noch den Kaufpreis der Karte zurückerhalten. Keine Reaktion, keine Begründung, keine inhaltliche Auseinandersetzung mit meinem Fall. Genau das hat mich darin bestärkt, meine Geschichte trotzdem zu erzählen. Andere Verbraucher sollen vor dem gewarnt werden, was mir passiert ist.
Was an Licovia konkret problematisch ist
- Reaktion auf Kritik: aus meiner Sicht Anwaltsdrohung statt Klärung. Ein klassisches Einschüchterungs-Muster unseriöser Anbieter.
- Willkürliche Sperrung als Antwort auf Widerstand. Wer sich nicht einschüchtern lässt, dem wird aus meiner Sicht die Karte abgeschaltet – ohne Begründung, ohne Anhörung.
- Keine Reaktion auf Rückforderungs-Mail. Auf meine E-Mail mit der Forderung nach Rückzahlung kam nie eine Antwort. Mein Karten-Guthaben und der Kaufpreis sind verloren.
- Keine nachweisbare EU-Lizenz. Weder BaFin, FINMA, FCA noch eine EMI-Lizenz konnte ich verifizieren. Das ist bei einem Verwahrer von Kundengeldern ein klares Negativ-Signal.
- Kein Impressum / kein Handelsregister. Wer haftet eigentlich? Wer sind die Geschäftsführer? Wo wird Recht gesprochen? Alles unklar.
- Niedriger Scamadviser-Trustscore. Die Bewertung von licovia-crypto.ch deckt sich mit meinen Erfahrungen.
- "Kein KYC bis 1.000 €" verstößt potenziell gegen MiCA und AMLD. Eine in der EU lizenzierte Karte muss verifizieren. Wer das umgeht, operiert in einer Grauzone – das Risiko trägt der Nutzer.
- Spread-Kosten von 3–6 %. Mehrfach höher als bei seriösen Anbietern. Wird in der Werbung nicht transparent gemacht.
Wer ist besonders gefährdet?
Aus meiner Sicht trifft es typischerweise:
- Krypto-Einsteiger, die "kostenlos" und "kein KYC" verlockend finden
- Menschen, die online nach "anonyme Krypto Kreditkarte" suchen und auf Werbung hereinfallen
- Nutzer ohne Erfahrung mit regulierten Anbietern, die nicht wissen, wie ein seriöser Onboarding-Prozess aussehen sollte
Was du JETZT tun solltest, wenn du selbst betroffen bist
Wenn dir das gleiche passiert ist: Du bist nicht allein. Konkret hilft:
- Beweise sichern. Screenshots der App vor und nach der Sperrung, alle E-Mails, alle Chat-Verläufe in mindestens zwei Cloud-Backups + ausgedruckt.
- Schriftliche Mahnung mit 14-Tage-Frist per Einschreiben. Verlange Rückzahlung des Karten-Guthabens und des Kaufpreises.
- BaFin-Beschwerde einreichen – auch wenn Licovia keine deutsche Lizenz hat. BaFin pflegt eine öffentliche Warnliste.
- Strafanzeige bei deiner Polizei wegen Veruntreuung (§ 266 StGB). Über die ZAC der Landeskriminalämter ist auch online möglich.
- Anwalt für Krypto-/Fintech-Recht kontaktieren. Viele bieten gratis Erstgespräch. Bei größeren Verlusten ist Klage Option.
- Erfahrung dokumentieren: Trustpilot, Reddit r/Kryptowaehrungen, deutschsprachige Krypto-Foren. Je mehr Stimmen, desto besser.
Meine klare Empfehlung
Nutze keine Krypto-Karte ohne nachweisbare EU-Lizenz, ohne Impressum und ohne klaren Anbietersitz. Die monatliche Differenz zu seriösen Anbietern ist gering – das Risiko, dein Geld komplett zu verlieren, ist es nicht wert. Sieh dir die 4 seriösen Alternativen an, die ich nach meiner Licovia-Erfahrung selbst getestet habe. Mein Testsieger ist die Crypto.com Visa Card – aber jede der vier ist Licovia weit überlegen.